Ganz nah

Wenn ich dir schreibe
öffne ich meine Schleusen
erlaube dir
in meinem Kopf zu lesen
gewähre dir Zutritt
zu den Ziertürmen
meines Gehirns dort
zeige ich dir das Diebesgut
die Regionen in die ich
fliehen kann wenn
unklar ist wie alles
weitergeht wenn
wir nicht wissen wie wir
die nächste Mahlzeit
bezahlen sollen wie wir
das Morgen bestehen
und ob wir uns je
wieder küssen werden
wenn ich nicht weiß
ob deine Arme mich
auffangen ob ich dich
wieder tragen kann über
die Schwelle meiner
Existenz dort
wo Frieden herrscht
wenn ich dir schreibe
so stehst du an meiner Seite
legst deine Hand auf meine
Schultern berührst mich
mit deiner Flanke
so stelle ich mir das
vor wenn du
ganz nah bist

© Friederike Hermanni, 2020

Veröffentlicht inLyrik

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