Das Fest

*

Sommerwiesensträuße in
Glasvasen auf Holztischen Schüsseln
voller Kirschen sie reifen
in unseren Mündern die
die Erinnerungen mit dem
Augenblick verbinden als
wäre schon immer klar gewesen
dass wir uns an diesem
Julitag treffen würden ohne
zu wissen wer wir an diesem Tag sind

*

Du hast nicht gezögert mir
von deinem Mädchen erzählt es
trägt meinen Namen ein
Blick von draußen dein Platz
auf dem Holzstuhl im Garten
ich schaue aus dem Fenster
es ist die Musik diese Frau
am Klavier sie erzeugt
Unbedingtheit wie die Schriften
an der Wand das Wirtshaus
hat alles gesehen heute der
Kirschkuchen und dann dein Lächeln

*

Nachts schläfst du allein
im Zelt deines Rausches
als die Nacht vorbei ist
der Mond und die Kugel
im Tanzsaal erloschen
treffen wir uns am Tisch
in der Sonne das dunkle
Brot unseres Freundes
nährt uns du streifst
mein Kleid es ist weiß ich
grüße dich all die Menschen
um uns ins Gespräch vertieft
als wäre nichts passiert aber
du hast mich gesehen

*

Als hätten wir all diese
Dinge erlebt Menschen geheiratet damals
Kinder ausgetragen und Theater gespielt
um in der Nacht Obstbrand
zu trinken wie Wasser so
durstig auf Holzdielen zu tanzen
als gäbe es keine Alternative
zu meiner Hand auf deinem
Rücken als ich gehe wir
sehen uns wenn der Sommer sich jährt

*

© Friederike Hermanni, 2021

Veröffentlicht inLyrik

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